top of page
Acr39811280122880-5110347.jpg

03

Projektverfasser

Itten+Brechbühl AG
Avenue d'Ouchy 4, 1006 Lausanne


Cristian Lopez, Daniel Van der Vyver, Romain Follonier, 
Petra Stump Lyss, Laurent Gerbex, Benoit Hauviller, Bianca Varvara, Sonia Martins

MAP Paysage

Rue Cité-Derrière 3, 1005 Lausanne

Maxime Monnier, Maria Helena Marques Duarte,

Elena Pozzoli, Sylvain Rochy


 

Argemí Bufano Architectes

Rue Liotard 37, 1202 Genf

 

Enric Argemi, Federica Bufano, Corentin Bonnardon, Sarah Marchini, Vincent Millet

Acr39811280122880-19186350.jpg

Würdigung des Beurteilungsgremiums

Das Projekt wird in seiner allgemeinen Morphologie durch eine leichte Verformung der Gebäude hervorgehoben, deren Grundrisse eine trapezförmige Geometrie annehmen. Das Gremium schätzt diesen Vorschlag, der dazu führt, dass fliessende Übergänge zwischen den Gebäuden entstehen und frontale "vis-à-vis-Situationen" vermieden werden. Diese Kontinuität zwischen dem Längsraum des Parks und den Traversen wird durch die Abrundungen der Eckbalkone noch verstärkt und erreicht seine maximale Wirkung zwischen den Gebäuden D und B, wobei die dem letzteren Gebäude gegebene Biegung den Raum der Gewerbestrasse auf angenehme Weise erweitert. 


Das Bestreben, einen Park im Massstab des Quartiers zu schaffen, der mit einem Vokabular der "kleinen Dinge" angereichert ist, wird ebenfalls geschätzt. Die landschaftliche Gestaltung der Route de la Vallée bestätigt die gute Beziehung des Parks über den Massstab des Quartiers hinaus. Die bepflanzten Inseln in der Einkaufsstrasse nutzen die Biegung des Gebäudes B gut aus und machen die Strasse zu einer attraktiven freiräumlichen Promenade. Die Gestaltung des Höhenunterschieds zwischen der Esplanade de la Gare und dem Chemin du Grand-Pré ist durch eine von Personen mit Behinderung begehbare Rampe gut gelöst. Der gemeinschaftliche Gemüsegarten, der Regengarten und die Baumbepflanzung entsprechen in qualitativer Hinsicht dem erwarteten Bild dieses Parks. 
Das Gremium fragt sich jedoch, ob der Reichtum des Projekts für die Aussenanlagen eine Sprache erzeugt, die als zu "gärtnerisch" empfunden wird, und dies in einem Bereich, der aufgrund der Anzahl der Bewohner und Nutzer des Ortes starken Belastungen ausgesetzt sein wird. Die Gestaltung der Bahnhofstrasse und des Busbahnhofs weicht vom erwarteten Programm ab. 


Das Gremium hebt die hohe allgemeine Qualität der vorgeschlagenen Wohnungstypologien hervor, die in allen Wohnungskategorien auf interessante und kohärente Weise thematisiert werden.
Es bedauert jedoch ihre zu starke Grosszügigkeit und die Nichteinhaltung der für jede Zone zugewiesenen maximalen Flächen, wodurch sie nur schwer mit den wirtschaftlichen Ambitionen des Projekts vereinbar sind. 


Die Grundrisse der Wohnungen gliedern sich um die Abfolge der drei Bereiche des Entrées, des Wohnzimmers und der Küche. In den Blockgebäuden entfaltet sie sich auf einer Diagonalen, wobei eine Loggia an der Ecke die Ess- und Wohnbereiche gliedert. In den durchgehenden Wohnungen befinden sich Küche und Wohnzimmer an zwei gegenüberliegenden Enden und sind durch das zentral gelegene Entrée miteinander verbunden. Generell wird die Sorgfalt geschätzt, mit der die Grundrisse der Wohnungen gestaltet wurden, und die auf eine genaue Überlegung über die Entwicklung der Wohnform zurückgeht. So sind die Idee, den Wohnbereich durch eine Doppeltür von der Küche zu trennen, oder die Vielfalt der vorgeschlagenen Abfolgen und Gliederungen bei den gemeinsamen Bereiche der Wohnungen von unbestreitbarem Interesse. 


Es wird jedoch bedauert, dass es bei der Qualität einiger Wohnungen Unterschiede gibt. In den grösseren Blöcken leiden die einfach orientierten Wohnungen unter einem Mangel an Tageslicht in den Wohnzimmern. Auch im Gebäude B führt die Verzerrung des Grundrisses stellenweise zu sehr tiefen und engen Räumen oder grossen Entrées, die völlig ohne Tageslicht auskommen müssen. In einigen Wohnungen der Kategorie "gehoben" ist das Schaltzimmer  aufgrund seiner unmittelbaren Nähe zur Küche und zum Wohnzimmer schwierig zu nutzen, sollte das Zimmer zum Schlafen genutzt werden. Auch die Tatsache, dass in einigen Fällen das Wohnzimmer durchquert werden muss, um ein Schlafzimmer zu erreichen, ist etwas schwierig. Einige Nasszellen schliessen unmittelbar  an die die Wohnbereiche der Wohnungen. 


Insgesamt schätzt das Gremium die vorgeschlagenen Konstruktionen und Materialisierungen, die sich überzeugend im Ausdruck der gegliederten Fassaden und der angenehmen Präsenz von Balkonen und Loggien niederschlagen. Das Ganze verleiht den Gebäuden einen offenen und durchlässigen Charakter, der gut zu dem passt, was man in einem relativ dicht besiedelten Quartier am Ortseingang von Rolle erwarten kann, das durch die Nähe zur aussergewöhnlichen landschaftlichen Umgebung des Sees und der Weinberge geprägt ist.

bottom of page